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Konflikte zwischen Ländern: Wie gehe ich damit um, wenn Schüler*innen die Konflikte der Welt mit ins Klassenzimmer bringen?

Konflikte zwischen Ländern bleiben nicht draußen in der Welt. Sie reichen bis ins Klassenzimmer. Einerseits kommen im Konfliktfall häufig neue Kinder dazu. Andererseits kann Unruhe entstehen zwischen verschiedenen Meinungen in der Klasse. Und zwischen Kindern, die aus Ländern stammen, die miteinander Konflikte haben.

Für Lehrende kann das sehr herausfordernd sein, weil der eigentliche Konflikt ja nie in der Klasse gelöst werden kann. Und so stellen sich Fragen wie: „Wie sollte man in der Klasse damit umgehen, wenn es Konflikte zwischen Ländern gibt?“ „Wie sehr dürfen wir politische Meinungen zurückweisen?“„(Wie sehr) dürfen wir uns einmischen?“

Herausfordernd auch deswegen, weil viele sich wünschen, dass einfach nur Ruhe und Frieden in der Klasse herrscht. Damit man seine eigentliche Arbeit in der Klasse machen kann. Und den Stoff rechtzeitig durchbringt.

Aber diesen bringt man nur dann durch, wenn die Kinder den Kopf bei der Sache haben. Wenn sie nicht mit den Gedanken bei Konflikten oder Krieg sind.

Und nur, wenn sie sich in der Klasse körperlich und seelisch so sicher fühlen, dass sie Neues aufnehmen können. Und sich nicht fürchten müssen, im nächsten Moment von Klassenkolleg*innen auf körperlicher oder emotionaler Ebene angegriffen zu werden.

Schule ist so viel mehr, als sich Fachwissen an zueignen. Wenn wir in der Klasse erleben, dass wir unterschiedlicher Meinung sein können und trotzdem gut miteinander auskommen oder uns sogar gut verstehen können, ist das eine sehr wertvolle Erfahrung für das weitere Leben. Und wichtig für unsere Gesellschaft der Zukunft.

Wie kann man in der Klasse mit den Kindern das schaffen, was die Politik und die Großen nicht schaffen?

Indem man das macht, was Politiker so gut wie nie machen: miteinander in Beziehung gehen, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle und die der anderen erforschen und im Gespräch bleiben und einander zuhören.

Natürlich wäre es manchmal am angenehmsten, den Konflikt in der Klasse unter den Teppich zu kehren, Ruhe einzufordern und mit der Tagesordnung weiter zu machen.

Das rächt sich jedoch früher oder später. Dann schwelen die Unstimmigkeiten, es kommt zu Sticheleien und zu Attacken, wenn gerade niemand hinschaut.

Eine oberflächliche Waffenruhe ist noch kein Frieden und schon gar kein wirkliches Miteinander. Es ist bloß eine trügerische Scheinharmonie.

Besonders bei Konflikten brauchen Schüler*innen oft Unterstützung.

Auch hierzulande fehlt es auch in Friedenszeiten oft an einer konstruktiven Konfliktkultur. So schwierig es auch ist und so lange es auch manchmal dauert: Es ist wichtig, mitten durch den Klassenkonflikt durchzugehen. Den Rahmen für die Konfliktlösung zu schaffen. Den Raum dafür zu halten, dass jeder gehört und gesehen wird. So dass jeder die eigene Meinung darlegen kann, auch wenn sie nicht der offiziellen Meinung hierzulande ntspricht. Es ist wichtig, zu diskutieren. Ausreden zu lassen.

Dabei ist es wichtig, Achtsamkeit und Wertschätzung vorzuleben. Wenn Schüler*innen ihre Meinung äußern können und dabei unterstützt werden, diese wertschätzend ausdrücken zu üben, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass es zu Übergriffen kommt.

Konflikte zwischen Ländern im Klassenzimmer

Wichtig ist, dass man – wenn es nur irgendwie geht – die Konflikte in der Klasse dann zum Thema macht, wenn sie entstehen. Wenn es geht – sich Zeit zu nehmen, damit alle gehört werden. Nicht zu werten. Wie das geht, können Sie in diesem Video sehen: Wie du mit genauer Beobachtung Verbindung schaffen kannst, wenn Diskussionen und Streit entstehen

Bei Diskussionen ist es hilfreich, wie in indigenen Kulturen, einen Redestab zu verwenden. Nur der, der ihn gerade hält, redet und darf ausreden.

Grundsätzlich ist es ja so, dass fast jeder die eigene Kultur als die beste empfindet, mit den meisten Vorteilen. Auch hierzulande.

Das ist auch weiter nicht schlimm. Solange dies auch dem Gegenüber zugestanden wird.

So kann man sich „zwei-einig“ sein: sich einig zu sein, dass man zwei unterschiedliche Meinungen hat.

Wenn jeder das Seine haben darf und es ihm nicht madig gemacht wird, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass er auch den anderen ihre Meinung lässt.

Deswegen ist es auch so wichtig, dass jede Meinung geäußert und diskutiert werden darf. Wenn der Raum geschaffen wird, in dem jede Meinung Platz hat, wird auch die Möglichkeit geschaffen, dass man seine Meinung abändern kann. Oder auch ganz ändern kann.

Das benötigt natürlich viel vorgelebte Achtsamkeit von Seiten der Erwachsenen

Und Begleitung. Damit die Schüler*innen nach und nach die Meinung der anderen nachvollziehen können. Auch wenn sie ganz anderer Meinung sind.

Dazu ist es hilfreich im Konfliktfall zwischen zwei Kindern, dass jedes seine Sichtweise darlegen kann. Ohne unterbrochen zu werden.

Und dass dann das Gegenüber noch einmal zusammenfasst, was es gehört hat. Wenn etwas nicht so verstanden worden ist, wie es gemeint war, besteht so die Möglichkeit, es richtig zu stellen. So können die Schüler*innen beginnen, sich in andere – möglicherweise völlig gegensätzliche – Denkweisen hineinzufühlen. Und stehen zu lassen. Und mit der Zeit Empathie zu entwickeln.

Wenn eine Meinung geäußert wird, die man inakzeptabel findet, ist es wichtig, einmal tief durchzuatmen. Und dann Fragen zu stellen, um mehr zu erfahren. Keine Suggestivfragen.

Sondern Fragen, um zu erfahren, ob man richtig verstanden hat. Was die Bedürfnisse hinter dieser Meinung sind. Was der Person, die diese Meinung geäußert hat, wichtig ist. Was sie dazu bewogen hat, zu dieser Meinung zu kommen.

Dann können Sie den Rahmen schaffen, in dem die Meinung achtsam diskutiert werden kann. Ohne dass die Schüler*innen übereinander herfallen. Das braucht die aufmerksame Begleitung von Erwachsenen.

Erfahren die Schüler*innen Wertschätzung, werden sie in Zukunft Wertschätzung geben können. Meinungen wertschätzend äußern und anhören können. Und schließlich sich Meinungen bilden können, die auf Wertschätzung basieren.

Je mehr wir damit leben können, dass es mehrere Realitäten und Meinungen gibt, umso leichter wird das Arbeiten in interkulturellen Klassen.

So wie Picasso meinte:

„Wenn es nur eine Wirklichkeit gibt, wieso gibt es dann so viele unterschiedliche Bilder von Bäumen?“

Konflikte zwischen Ländern haben meistens sehr viele Facetten und Ebenen. Und Vorgeschichten. Und vor allem haben sie mit sehr vielen Interessen von globalen Kräften zu tun.

Daher stammen auch die unterschiedlichen Sichtweisen und Meinungen. Je nachdem, welche Facette man beleuchtet, bietet sich eine jeweils andere Meinung an. Viele Facetten sieht man von außerhalb der Länder, zwischen denen ein Konflikt besteht, nicht.

Deswegen können im Land verbliebene Angehörige und Freunde von Menschen, die aus diesen Ländern stammen, oft hierzulande unbekannte Aspekte vermitteln. Die neue Aufschlüsse geben und den Blickwinkel für alle hier erweitern können. So kann man beim Zuhören – ganz im Sinne von Dalai Lama – sein Wissen erweitern:

„Wenn du sprichst, wiederholst du nur, was du schon weißt. Wenn du aber zuhörst, kannst du Neues lernen.“

Wie sie mit Gewalt in der Schule umgehen können, erfahren Sie hier: Gewalt in der Schule – 7 übersehene Lösungsansätze

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